Care-Pakete – Flüchtlingshilfsaktion 2020

Schon seit vielen Jahren unterstützen wir die „Care-Pakete“ für Yalova. Und dieses Jahr möchten wir einmal umso mehr dafür werben, die Weihnachtsaktion 2020 zu unterstützen. Auch wenn uns die Pandemie in unserem täglichen Leben einschränkt, so sind wir doch alle versorgt mit den Gütern unseres täglichen Bedarfes. Anders in Yalova. Viele der Geflüchteten stehen am Rande ihrer Existenz. Wir möchten gemeinsam mit und durch Familie Feulner denjenigen Unterstützung zukommen lassen, bei denen großer Bedarf besteht: Nahrungsmittel, medizinische Versorgung und Hilfsgüter. Danke, dass sie gemeinsam mit unserer Gemeinde ein zivilgesellschaftliches Zeichen setzen um denjenigen zu helfen, die sonst vergessen werden.

Sabrina Meier, für das Leitungsteam der ELIA-Gemeinde

Michael Feulner hat mit seinen Teams in den letzten neun Jahren viel Aufbauarbeit geleistet, Kontakte geknüpft, Netzwerke genutzt und geschaffen.

Die Gemeinde in Yalova ist auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Flüchtlinge weisen sich gegenseitig auf diese Anlaufstelle hin. Alle Projekte stehen unter dem Motto „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“, was bedeutet, dass sämtliche Hilfsaktionen von Flüchtlingen geleitet und durchgeführt werden.

Dieser Zusammenhalt ist wichtig – denn die Lage in der Türkei wird immer kritischer. Die Türkische Lira ist im freien Fall, die Preise steigen und das Volk verarmt.

Und auch von der Corona-Pandemie sind Flüchtlinge am schlimmsten betroffen: Ohne Rechte sitzen sie fest und fürchten neue Lockdowns.

Info

Hundertprozentige Hilfe
Die eingegangenen Spenden kommen zu 100% den bedürftigen Menschen zugute.
Sie werden dazu verwendet, die unterstützten Familien auch über den Winter hinaus ganzjährig mit dem Nötigsten zu versorgen.

Spendenkonto
ELIA e.V.
IBAN: DE21 7635 0000 0009 0042 27
BIC: BYLADEM1ERH (Sparkasse Erlangen)
Verwendungeszweck: Flüchtlingshilfe Yalova

Spendenbescheinigung erwünscht?
Der ELIA e.V. ist vom Finanzamt Erlangen als gemeinnützig anerkannt. Wenn Sie bei der Überweisung Ihre Adresse angeben, erhalten Sie im neuen Jahr eine  Spendenquittung.

Bei kleinsten Verstößen gegen Corona-Regeln droht die Abschiebung. Mit Hilfe von Rechtsanwälten kann man die Abschiebung eventuell hinaus zögern – was aber mindestens zwei Monatslöhne kostet.

Die Regierung stellt weder Unterkünfte noch andere finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Vor Ort ist nicht durchschaubar, wohin die europäischen Gelder für Flüchtlingshilfe fließen.

Da es in der Türkei ein generelles Beschäftigungsverbot für Flüchtlinge gibt und Arbeitgeber nur unter sehr strengen Auflagen Ausländer beschäftigen dürfen, wurden diese im Rahmen der Corona-Probleme als erste entlassen. Viele stehen nun völlig ohne Einkommen da und sind allein auf Spenden angewiesen, um ihre Miete und ihre Heizkosten zu bezahlen, bevor sie die Wohnung verlieren.

Ein syrisches Ehepaar mit zwei kleinen Kindern verlor zum Beispiel in der Corona-Krise nicht nur die Arbeitsstelle, sondern zugleich damit auch die Wohnung. Die Eltern hatten sich um ein Haus gekümmert, in dem sie auch wohnen konnten. Eine dramatische Situation: Sie standen ohne Einkommen buchstäblich auf der Straße. Die Verwandten des Mannes leben in einer anderen Stadt, sie wollten die Familie aufnehmen – aber diese hatte noch nicht mal das Geld für die Busfahrkarten. Die Gemeinde half und bezahlte die Reise, so dass die Familie in der anderen Stadt die Chance auf  einen Neuanfang bekam.

Andere Familien können sich zwar eine Wohnung finanzieren, dann reicht das Geld für Lebensmittel aber nicht mehr. Michael Feulners Teams betreuen unter anderem 150 syrische Familien. Diese sind auf die Essengutscheine angewiesen, mit denen sie sich in einem dafür ausgewählten Laden versorgen können. Insgesamt werden in der ganzen Türkei von verschiedenen Partnergemeinden etwa 2500 Flüchtlinge aus dem Irak, dem Iran, Syrien und Afghanistan betreut.

Mehrere langfristig ausgebaute Einnahmequellen können in der momentanen Situation nur schwer genutzt werden: Es gibt ein Frauenprojekt, in dem Näherinnen ausgebildet werden. Corona-Regeln gefährden aber sowohl die Durchführung der Kurse als auch den Verkauf der Waren.  Ein Freizeitheim der Gemeinde, sonst auch eine Einnahmequelle, darf momentan niemanden beherbergen – die Kosten für Miete, Steuern und Gehälter bleiben.

Nur mit großzügigen Spenden können weiter Menschen in Not versorgt und unterstützt werden.

Ein besonderer Bereich ist dabei die medizinische Versorgung: Die Flüchtlinge haben keine Krankenversicherung, auch eine Corona-Impfung müssten sie selbst bezahlen. Krankheiten, Verletzungen oder Geburten führen schnell zu dramatischen Situationen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Einer syrischen Frau, die mit dem vierten Kind schwanger war, sollte dringend nach Bursa in eine besser ausgestattete Klinik, da eine Frühgeburt drohte. Dort bekam sie aber erst einen Termin 10 Tage später. In der Zwischenzeit wird das Baby tatsächlich zwei Monate zu früh geboren, die Klinik verlangte pro Tag 2000 Türkische Lira für die Behandlung – eine Summe, die die Familie nicht aufbringen kann. Es erfolgte eine Überweisung in eine günstigere Klinik und die Gemeinde hilft mit Spendengeldern. Nur so konnte das Kind, bei dem zwischenzeitlich ein Herzfehler diagnostiziert wurde, gerettet werden.

Eine junge Frau, die ohne Unterstützung der Familie in Yalova lebt, musste für die Behandlung ihrer Bauchschmerzen eine private Krankenversicherung abschließen. Deren Summe war bereits durch die Diagnose aufgebraucht – die nötige OP kann sie sich nicht leisten. Mit privaten Kontakten zu einer anderen Ärztin gelang es Heike Feulner den Preis für die Operation zu senken und der Frau eine Chance auf Heilung zu ermöglichen.

Auch zwei weiteren jungen Frauen wurde in dramatischen Situationen geholfen:

Kati, eine junge Iranerin, litt gleich an mehreren Tumoren im Bauch und am Auge. Die Kosten für die nötigen Operationen waren sehr hoch. Ohne Hilfe der Gemeinde hätte sie nicht behandelt werden können. Inzwischen geht es ihr viel besser und sie ist sehr dankbar.

Eine andere junge Iranerin war aus dem 5. Stock gefallen, ihr linkes Bein musste amputiert werden. Die Gemeinde hat die OP finanziell unterstützt. Die 18Jährige hat jetzt eine Beinprothese und es geht ihr gut damit.

Neben regelmäßiger Unterstützung werden also immer wieder zusätzliche Gelder für Menschen in akuter Not gebraucht – nicht nur direkt vor Ort in Yalova, sondern in vielen Partnergemeinden bis zur iranischen Grenze. So hat auch das Erdbeben in Izmir nicht nur Helfer, sondern auch finanzielle Unterstützung gefordert. Viele obdachlose Menschen müssen dort nun täglich mitversorgt werden.

Wir bitten Sie: Helfen Sie auch dieses Jahr mit einer Spende, damit die Projekte weitergehen und die Anstrengungen der Flüchtlinge, sich gegenseitig zu unterstützen, auch wirklich helfen können.

In jeder Krise, in jedem Krieg, bei jeder Epidemie sind die sozial benachteiligten Menschen nicht nur die ersten, die leiden, sondern immer auch diejenigen, die am stärksten leiden. Seit vielen Jahren sammelt die ELIA-Gemeinde Spenden und unterstützt damit die segensreiche Arbeit der Gemeinde von Michael Feulner. Auch bei uns in Erlangen stehen Geflüchtete oftmals vor Situationen, die selbst SGB2-Empfänger nicht kennen. Um vieles schlimmer ist dies in der Türkei, wo kein Asylbewerberleistungsgesetz zumindest für ein Dach über dem Kopf, geheizte Räume und 3 Mahlzeiten am Tag sorgt. Die Hilfsaktionen der Gemeinde in Yalova helfen in humanitären Notlagen, ganz konkret, ganz unbürokratisch und sie helfen mit Gottes Segen. Die Beispiele auf dieser Web-Seite verdeutlichen das sehr beeindruckend. Wer schnell hilft, hilft doppelt, sagt der Volksmund. Michael Feulner und seine Teams setzen noch eins drauf: Die Hilfsaktionen sind von Flüchtlingen für Flüchtlinge und somit ein wichtiger Baustein für Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit. Mir bleibt wie jedes Jahr Ihnen allen von Herzen zu danken für Ihre tatkräftige und wirksame Hilfe, ich wünsche der Spendenaktion großen Erfolg. Ich wünsche Ihnen in diesem schwierigen Jahr einen Advent, der Ihnen Zeit zur Besinnung lässt, ein gesegnetes Weihnachtsfest und Mut und Zuversicht für das neue Jahr, in dem es hoffentlich wieder mehr Möglichkeiten zu echtem Miteinander in echter menschlicher Präsenz geben wird.
Mit herzlichen Grüßen,

Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin a.D., Projektkoordination Dezentrale Bildungsarbeit und Seniorenbildung an der vhs Erlangen