Care-Pakete – Flüchtlingshilfsaktion 2021

Schon seit vielen Jahren unterstützen wir die „Care-Pakete“ für Yalova. Und dieses Jahr möchten wir einmal umso mehr dafür werben, die Weihnachtsaktion 2021 zu unterstützen. Auch wenn uns die Pandemie in unserem täglichen Leben einschränkt, so sind wir doch alle versorgt mit den Gütern unseres täglichen Bedarfes. Anders in Yalova. Viele der Geflüchteten stehen am Rande ihrer Existenz. Wir möchten gemeinsam mit und durch Familie Feulner denjenigen Unterstützung zukommen lassen, bei denen großer Bedarf besteht: Nahrungsmittel, medizinische Versorgung und Hilfsgüter. Danke, dass sie gemeinsam mit unserer Gemeinde ein zivilgesellschaftliches Zeichen setzen um denjenigen zu helfen, die sonst vergessen werden.

Leitungsteam der ELIA-Gemeinde

Der dramatische Verfall der Türkischen Lira gegenüber dem Euro von etwa 50% seit Jahresbeginn 2021 nimmt an Geschwindigkeit immer mehr zu. Die Folge ist eine Inflation von mehr als 30%. Zum Vergleich, in Deutschland beträgt die Inflation knapp 4 %. Die Löhne in der Türkei bleiben konstant, die meisten Flüchtlinge bekommen nur eine Arbeit unterhalb des Mindestlohns von 180 Euro bei über 260 Stunden Arbeit im Monat. Sofern sie trotz der schlechten Wirtschaftslage noch eine Arbeit haben, reicht der Lohn nicht mehr für den täglichen Lebensunterhalt.

Bei den Flüchtlingen macht sich Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung breit. Durch die weltweite Corona Krise wurden kaum Flüchtlinge in andere Länder weitervermittelt. Sie stecken in der Türkei fest, wo sie nun auch nur noch bedingt geduldet sind. Manchmal schlägt ihnen blanker Hass oder auch Gewalt entgegen. Immer mehr Flüchtlingen werden ihre Aufenthaltsgenehmigungen entzogen und sie werden zur Ausreise aufgefordert. Doch bei Rückführung in ihr Heimatland, insbesondere für Christen, müssen sie um Leib und Leben fürchten. Eine schier ausweglose Situation!

Hier leisten Angehörige der Gemeinde in Yalova sehr viel Unterstützung, spenden Zuspruch und Nähe – sind mit Rat und Tat für die Flüchtlinge da – doch auch sie kommen in der aktuellen Situation an ihre Grenzen.

Der Erlanger Michael Feulner hat mit seinen Teams in den letzten zehn Jahren viel Aufbauarbeit geleistet, Kontakte geknüpft, Netzwerke geschaffen, die er und seine Teams nutzt, um den Flüchtlingen vor Ort zu helfen und Hoffnung in der Not zu schenken. Die Gemeinde in Yalova ist auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Flüchtlinge weisen sich gegenseitig auf diese Anlaufstelle hin. Alle Projekte stehen unter dem Motto „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“, was bedeutet, dass sämtliche Hilfsaktionen von Flüchtlingen geleitet und durchgeführt werden. So versuchen sie auch in der aktuellen Situation den Flüchtlingen zu helfen, z.B. durch Finanzierung des Rechtsbeistands, sowie durch Lebensmittelgutscheine für den täglichen Lebensbedarf und in medizinischen Notlagen. Der Umfang der Hilfsleistungen im Jahr 2021 betrug bisher 110.000 Euro.

Auch wir können den Flüchtlingen zur Seite stehen. Durch die Abwertung der Türkischen Lira ist nun jeder Euro fast doppelt soviel wert wie vor einem Jahr!

Info

Hundertprozentige Hilfe
Die eingegangenen Spenden kommen zu 100% den bedürftigen Menschen zugute.
Sie werden dazu verwendet, die unterstützten Familien auch über den Winter hinaus ganzjährig mit dem Nötigsten zu versorgen.

Spendenkonto
ELIA e.V.
IBAN: DE21 7635 0000 0009 0042 27
BIC: BYLADEM1ERH (Sparkasse Erlangen)
Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe Yalova

Spendenbescheinigung erwünscht?
Der ELIA e.V. ist vom Finanzamt Erlangen als gemeinnützig anerkannt. Wenn Sie bei der Überweisung Ihre Adresse angeben, erhalten Sie im neuen Jahr eine  Spendenquittung.

Ein syrisches Ehepaar mit zwei kleinen Kindern verlor zum Beispiel in der Corona-Krise nicht nur die Arbeitsstelle, sondern zugleich damit auch die Wohnung. Die Eltern hatten sich um ein Haus gekümmert, in dem sie auch wohnen konnten. Eine dramatische Situation: Sie standen ohne Einkommen buchstäblich auf der Straße. Die Verwandten des Mannes leben in einer anderen Stadt, sie wollten die Familie aufnehmen – aber diese hatte noch nicht mal das Geld für die Busfahrkarten. Die Gemeinde half und bezahlte die Reise, so dass die Familie in der anderen Stadt die Chance auf  einen Neuanfang bekam.

Andere Familien können sich zwar eine Wohnung finanzieren, dann reicht das Geld für Lebensmittel aber nicht mehr. Michael Feulners Teams betreuen unter anderem 150 syrische Familien. Diese sind auf die Essensgutscheine angewiesen, mit denen sie sich in einem dafür ausgewählten Laden versorgen können. Insgesamt werden in der ganzen Türkei von verschiedenen Partnergemeinden etwa 2500 Flüchtlinge aus dem Irak, dem Iran, Syrien und Afghanistan betreut.

Mehrere langfristig ausgebaute Einnahmequellen können in der momentanen Situation nur schwer genutzt werden: Es gibt ein Frauenprojekt, in dem Näherinnen ausgebildet werden. Corona-Regeln gefährden aber sowohl die Durchführung der Kurse als auch den Verkauf der Waren.  Ein Freizeitheim der Gemeinde, sonst auch eine Einnahmequelle, darf momentan niemanden beherbergen – die Kosten für Miete, Steuern und Gehälter bleiben.

Nur mit großzügigen Spenden können weiter Menschen in Not versorgt und unterstützt werden.

Ein besonderer Bereich ist dabei die medizinische Versorgung: Die Flüchtlinge haben keine Krankenversicherung, auch eine Corona-Impfung müssten sie selbst bezahlen. Krankheiten, Verletzungen oder Geburten führen schnell zu dramatischen Situationen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Eine syrische Frau, die mit dem vierten Kind schwanger war, sollte dringend nach Bursa in eine besser ausgestattete Klinik, da eine Frühgeburt drohte. Dort bekam sie aber erst einen Termin 10 Tage später. In der Zwischenzeit wurde das Baby tatsächlich zwei Monate zu früh geboren, die Klinik verlangte pro Tag 2000 Türkische Lira für die Behandlung – eine Summe, die die Familie nicht aufbringen kann. Es erfolgte eine Überweisung in eine günstigere Klinik und die Gemeinde hilft mit Spendengeldern. Nur so konnte das Kind, bei dem zwischenzeitlich ein Herzfehler diagnostiziert wurde, gerettet werden.

Eine junge Frau, die ohne Unterstützung der Familie in Yalova lebt, musste für die Behandlung ihrer Bauchschmerzen eine private Krankenversicherung abschließen. Deren Summe war bereits durch die Diagnose aufgebraucht – die nötige OP kann sie sich nicht leisten. Mit privaten Kontakten zu einer anderen Ärztin gelang es Heike Feulner den Preis für die Operation zu senken und der Frau eine Chance auf Heilung zu ermöglichen.

Kati, eine junge Iranerin, litt gleich an mehreren Tumoren im Bauch und am Auge. Die Kosten für die nötigen Operationen waren sehr hoch. Ohne Hilfe der Gemeinde hätte sie nicht behandelt werden können. Inzwischen geht es ihr viel besser und sie ist sehr dankbar.

 

Auch zwei weiteren jungen Frauen wurde in dramatischen Situationen geholfen:

Kati, eine junge Iranerin, litt gleich an mehreren Tumoren im Bauch und am Auge. Die Kosten für die nötigen Operationen waren sehr hoch. Ohne Hilfe der Gemeinde hätte sie nicht behandelt werden können. Inzwischen geht es ihr viel besser und sie ist sehr dankbar.

Eine andere junge Iranerin war aus dem 5. Stock gefallen, ihr linkes Bein musste amputiert werden. Die Gemeinde hat die OP finanziell unterstützt. Die 18Jährige hat jetzt eine Beinprothese und es geht ihr gut damit.

Wir bitten Sie: Helfen Sie auch dieses Jahr mit einer Spende, damit die Projekte weitergehen und die Anstrengungen der Flüchtlinge, sich gegenseitig zu unterstützen, auch wirklich helfen können. Nur mit großzügigen Spenden können weiter Menschen in Not versorgt und unterstützt werden.

Für ihre Spende danken Ihnen die Flüchtlinge in der Türkei, insbesondere rund um Yalova, und die ELIA Gemeinde aus Erlangen!

Sehr geehrte Freundinnen und Freunde des Projektes in Yalova,

nach schlechten Nachrichten aus der Türkei im Allgemeinen und der Situation der Geflüchteten dort im Besonderen braucht man nicht lange zu suchen. Ein schwaches gesetzliches soziales Netz und Gleichgültigkeit oder Hilflosigkeit vieler offizieller Strukturen sorgen dafür, dass der Alltag geflüchteter Menschen in der Türkei ein täglicher Kampf um Wärme, Nahrung, Gesundheit, Bildung und Respekt ist. Es macht mich als Erlangerin und ehemalige Bürgermeisterin sehr stolz, Herrn Feulner und sein Team vor Ort zu wissen und Ihre Gemeinde hier in Erlangen so aktiv zu sehen. Aus Respekt vor jeder/jedem Geflüchteten, in Anerkennung der Menschenwürde jedes einzelnen Menschen bieten Sie Hilfe an, Hilfe im Alltag, Hilfe die sattmacht, aber auch Hilfe, die das Herz der Menschen erreicht, deren Seele anspricht und so Schimmer der Hoffnung setzt.

Jeder Euro zählt, dank des Verfalls der türkischen Lira mehr denn je. Ich bitte Sie von Herzen, wieder Ihr Herz sprechen zu lassen und Herrn Feulner und sein Team zu unterstützen. Ich wünsche Ihnen gesegnete Feiertage, die Sie zu Ruhe kommen lassen, Sie soweit möglich mit Familie und Freunden zusammen kommen lassen und Ihnen Kraft geben, auch im kommenden Jahr daran teilzuhaben, Menschenwürde als unteilbar, als unveräußerlich und als größten Schatz unserer Demokratie zu schützen und zu verteidigen.

Mit weihnachtlichen Grüßen, Elisabeth Preuß

Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin a.D., Projektkoordination Dezentrale Bildungsarbeit und Seniorenbildung an der vhs Erlangen