Das Projekt des Monats September: Die WuBs

„WuBs“ was ist das?

Wir sind über 20 ehrenamtliche Mitarbeiter, die von Mo.- Fr. in der Tagesstätte „WILLI“ (in der Wilhelmstr. 2g) dafür sorgen, dass Wohnungslose und Bedürftige bei uns ein Stück Familienstruktur (er)leben können!

Eigentlich könnten wir uns den Hinweis mit den Öffnungszeiten von 10:00 – 15:00 Uhr sparen. Manche Gäste stehen schon vor 9:00 vor der Tür – noch vor den Mitarbeitern. Sie dürfen natürlich rein und können mithelfen die  Frühstückstische zu decken.

Manch einer –  von einer durchwachten oder sonst wo verbrachten Nacht ( im Freien auf einer Parkbank oder in einer Ecke im Parkhaus ) hat den sehnlichsten Wunsch zu duschen  und in frische Kleider gesteckt zu werden!

Nach und nach trudeln die ein, die sich in ihrer Behausung entweder einsam oder nicht wohlfühlen. Die meisten haben ihre Stammplätze bei uns: Schachspieler – Mensch- ärgere dich nicht Spieler – manchmal gibt es ein Gerangel wer die Tageszeitung zuerst liest;)
In der Werkstatt wird ein Fahrrad repariert( Loch im Schlauch). Andy geht an den Computer,  er muss noch ein paar Bewerbungen schreiben. Naser kommt mit einem Brief vom Amt, den er nicht versteht und Machmut kommt bewaffnet mit Block und Stift, um von Karl- Heinz unterstützt, seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Heike in hochhackigen Pumps, zerrissener Hose und viel zu weitem Pulli präsentiert uns ihre neue  Frisur!! Sie hat es tatsächlich geschafft ihre verfilzten Haare zu kürzen (d.h. sie sind jetzt “ stoppelkurz“; sieht nicht mal so schlecht aus). Peter schleicht sich rein und legt sich auf die grüne Couch – schläft auch sofort ein. Herbert bringt Wäsche zum Waschen. Stefan hat wie immer viele Fragen: bekommt ein Kettenraucher eine Spenderlunge? Was passiert wenn ich Tabak esse? usw. Am runden Tisch im Hof sitzen unsere „Politiker“, „Weltverbesserer“ und „Hoppypsychologen“ – die Diskussion ist in vollem Gange. Michael der Gießbeauftragte geht in den Hof um die Küchenkräuter die im Hochbeet wachsen und zum Kochen verwendet werden zu pflegen. Übrigens wächst auf unserem Hausdach Schnittlauch, den der Chef (Karl Ostermeier) in einer etwas abenteuerlichen Aktion persönlich erntet! ;)

Wenn es gut läuft kommen unsere Gäste mit den Mitarbeitern und untereinander in gute Gespräche – ohne Streiterei und Machtkämpfe. Die Räume füllen sich mehr und mehr und bis Mittag sind alle Plätze besetzt. In der Küche wird es immer hektischer, um die 60 Essen rechtzeitig um 12:30 auf den Tisch zu bringen. Nach aktuellen Ansagen und einem Tischgebet essen wir gemeinsam und bis 14:30 kommen laufend neue Esser dazu.

Manchmal bringen nette Menschen einen Kuchen vorbei. Auch Mitarbeiter backen ab und zu mal für die Gäste oder spendieren ein Eis. 15:30 – wir schicken die letzten Gäste wieder hinaus in ihre Welt. Und nachdem geputzt ist und die Geschirrtücher in der Waschmaschine sind, geht ein ruhiger harmonischer Tag zu Ende. Die “ Willi“ schließt. Wie wird’s morgen?

 

Wie könnt ihr helfen?

  • Wir können das ganze Jahr über Strümpfe gebrauchen; ob selbstgestrickt oder gekauft!
  • Kommt zu unseren Benefizveranstaltungen – und ladet reichlich dazu ein!
    (am Samstag, 8. Oktober, 19.30 Uhr mit den Klezmen im Treffpunkt Röthelheim, Schenkstr 111. Einladungen dazu liegen im Gottesdienst aus)
  • Wir haben auch noch einen freien Platz für ganz Mutige – dienstags !
    Nicht als Schnippelhilfe, sondern um sich unter die Gäste zu mischen!!!!

 

Lydia Campus